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Lebensversicherungen: Steuerargument war Augenwischerei

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Lebensversicherungen: Steuerargument war Augenwischerei

Beitragvon xyCommander » Dienstag 25. Januar 2005, 01:33

Ein interessantes Thema, die Argumente haben mich überzeugt. Bin zwar nicht selber betroffen (hatte zwar mit dem Gedanken gespielt aber nicht umgesetzt) aber vllt hat es ja jemand gemacht und kann was damit anfagen :)


Lebensversicherungen: Steuerargument war Augenwischerei


Wer im letzten Jahr auf Druck von Versicherungen, ihren Vertretern oder Banken und Sparkassen noch schnell "wegen der Steuern" eine Kapital-Lebensversicherung abgeschlossen hat, sollte diesen Vertrag schleunigst auflösen. Das rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Der Ausstieg gehe jetzt noch ohne großen finanziellen Schaden.

Die Gründe der Verbraucherzentrale für ihre Empfehlung:

"Verträge, die bis Ende 2004 abgeschlossen wurden, gilt zwar noch das 'Steuerprivileg' (steuerfreie Auszahlung der Zinsen). Das hat aber ohnehin nur für diejenigen Bedeutung, deren Zinseinkünfte über dem jährlichen Freibetrag von ¤ 1.421 im Jahr liegen (was erst der Fall ist, wenn man rund 45.000 ¤ auf Sparbüchern, Sparbriefen oder als Festgeld angelegt hat). Andere - bessere - Sparformen sind somit bis zu dieser Grenze auch 'steuerfrei'.

Die Kapital-Lebens- und private Rentenversicherung (auch die fondsgebundene Rentenversicherung) sind in der Regel keine empfehlenswerten Sparformen für's Alter. Hohe versteckte Abschlusskosten, die die ersten zwei bis drei Jahresprämien vollständig auffressen, bewirken, dass jeder Kunde mit seiner Unterschrift erst einmal ein paar Hundert oder gar Tausend Euro ins Minus rutscht.

Das Abbruch- (und damit Verlust-)risiko ist hoch. Die Hälfte aller Verträge werden aus guten oder jedenfalls triftigen Gründen vor dem eigentlichen Ablauf gekündigt - kein Wunder bei Laufzeiten von 30, 40 oder 50 Jahren und immer selteneren geraden Lebenswegen vieler Verbraucher! Der dann gezahlte Rückkaufswert ist in der Regel geringer als die Summe der Einzahlungen - eine Folge der Kostenverrechnung in den Anfangsjahren.

Weitere 30 % der Verträge werden irgendwann beitragsfrei gestellt - auch dies ist ein mit Verlusten verbundener Vorgang.

Die Rendite ist - auch für Durchhalter (nur jeder 5. Kunde!) - mager für einen Vertrag mit solch langer Laufzeit. Ein weit verbreiteter Irrtum: '2,75 % (garantierte) Rendite plus Überschüsse sei doch gar nicht so schlecht!' denken viele. Aber: Der Garantiezins bezieht sich nur auf den Sparanteil in der Prämie (= Prämie minus Kosten minus evtl. Risikoanteil), also bei 100 ¤ monatlicher Prämienzahlung auf vielleicht nur 70 oder 80 ¤! Die Gesamtrendite liegt oft nur bei 1 oder 2 % p.a., selten bei 4 % oder darüber."

Die Verbraucherzentrale rät zu einer besseren Vorsorge:

"Wer den Risikoschutz einer Lebensversicherung braucht, sollte lieber eine reine Risiko-Lebensversicherung abschließen, die kostet wenig. Wer dann noch Geld zum Sparen übrig hat, sollte in Etappen sparen.

Man fährt mit kurzfristigeren Geldanlageformen (Sparbrief, Bundesschatzbrief, Laufzeit max. 6 Jahre) bei gleicher Sicherheit viel besser - mit denen hat noch niemand Geld verloren! Wer eine fondsgebundene Rentenversicherung unterschrieben hat, sollte sein Geld besser direkt in Fonds anlegen - das ist (bei vergleichbarem Risiko) billiger und flexibler."

Tipp der Verbraucherzentrale Hamburg: "So kommen Sie aus falschen Lebensversicherungsverträgen heraus:

Binnen 14 Tagen nach Erhalt der Police und den vollständigen Vertragsunterlagen können Sie ohne Begründung dem Vertrag widersprechen.

Sehr häufig sind die Informationspflichten verletzt oder die Belehrung über den Widerspruch ist nicht deutlich, z.B. wenn sie im Konvolut der übersandten Vertragsunterlagen untergeht (BGH IV ZR 58/03 v. 28.1.2004). Dann können Sie noch ein Jahr nach Zahlung der ersten Prämie widersprechen.

Jederzeit können Sie durch Kündigung oder Nicht-Zahlung des Beitrags den Vertrag beenden - bloß, dass dann u.U. die bezahlten Beiträge futsch sind. Das kann dennoch Sinn machen, weil man seinem schlechten Geld nicht noch Gutes hinter her werfen sollte!

So gehen Sie vor

Gehen Sie zu Ihrem Geldinstitut und lassen Sie so viele Beiträge wie möglich zurückbuchen (geht ohne Problem für 6 Wochen rückwirkend).

Lassen Sie sich in der Verbraucherzentrale über andere, bessere Formen der Geldanlage für's Alter beraten - hier überprüfen wir auch den aktuellen Versicherungsvertrag."


Weitere Informationen im Internet unter http://www.vzhh.de. Telefonische Beratung: Mo - Do 10 - 18 Uhr unter 0190 - 77 54 42 (1,24 ¤ aus dem dt. Festnetz). Persönliche Beratung: Do 14 -1 7 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 24 83 2-0/-107

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Hamburg e.V.





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Beitragvon Mad-Dog » Dienstag 25. Januar 2005, 20:39

Alles quatsch...

wenn die Überschußbeteiligungen ausgezahlt werden, liegt man
regelmäßig locker über den Freibeträgen.

Außerdem, wer weiß wie hoch die sind, wenn der Vertragsinhaber die Zuteilung bekommt?
Gruss

Mad-Dog
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